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Meldungen
06. Februar 2010
Bei Dis-Stress, Kummer und Angst: Magnesium-Mangel gefährdet das Herz
Kategorie: Stress

 

Versorgung über Lebensmittel und Trinkwasser ist grenzwertig

Die aktuellen Zahlen sind alarmierend: Acht von zehn Deutschen empfinden ihr Leben als stressig, jeder Dritte steht sogar unter Dauerdruck. Bereits jeder Fünfte leidet unter gesundheitlichen Stressfolgen - von Schlafstörungen bis zum Herzinfarkt. So das Ergebnis einer neuen Forsa-Umfrage, die von der Techniker Krankenkasse beauftragt wurde. Je höher die Stressbelastung, umso schlimmer die Auswirkungen: Menschen unter „Dauerstrom“ leiden, der Umfrage zufolge, mehr als doppelt so oft unter einer Herz-Kreislauferkrankung als weniger Gestresste.

Das bestätigt auch eine kürzlich publizierte Auswertung der so genannten Whitehall-II-Studie mit mehr als 10.000 Angestellten. Danach steigt die Wahrscheinlichkeit für eine koronare Herzerkrankung mit der Stressbelastung deutlich an - und zwar vor allem bei jüngeren Menschen. Ebenso treiben Angststörungen und Panikattacken, einer neuen britischen Studie zufolge, gerade bei jüngeren Menschen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 44 Prozent in die Höhe.

Das Stress-Konzept nach Selye

Die Gesellschaft für Biofaktoren verweist in diesem Zusammenhang auf die Erkenntnisse von Hans Selye (1907-1982), den „Vater“ des Stress-Konzepts. Er schloss aus Ergebnissen jahrzehntelanger Studien, dass „Stress die unspezifische Reaktion des Körpers auf jede Belastung ist“. Nach ausreichender Adaptation könne Stress auch nützlich sein („Eu-Stress“). Darum wird selbst Herzpatienten eine kontrollierte, wohl dosierte körperliche Aktivität empfohlen. Treffe die Belastung hingegen auf einen untrainierten und/oder vorgeschädigten Organismus, wirke sie sich schädlich aus („Dis-Stress“), wie unter anderem Todesfälle bei Marathonläufern immer wieder bewiesen. „Fatal kann sich eine hohe Stress-Belastung auswirken, wenn gleichzeitig so genannte konditionierende Faktoren vorliegen, wie z.B. ein Magnesiummangel“, erklärt der Magnesium-Forscher Hans-Georg Classen von der Universität Hohenheim. Hier könne sich leicht ein Teufelskreis entwickeln: „Magnesiummangel potenziert die Freisetzung und Toxizität von Stress-Hormonen wie Adrenalin - und diese wiederum verstärken Magnesiumverluste über den Urin“, so Classen. Durch membranstabilisierende Eigenschaften schirmt Magnesium die Wirkung der Stresshormone ab und beugt so einer krankhaft erhöhten Erregbarkeit der Zellen vor.

Bei starken physischen und psychischen Belastungen ein besonderes Augenmerk auf die Magnesium-Versorgung richten

Die Versorgung über Lebensmittel und Trinkwasser sei grenzwertig und für schlechte Resorbierer (etwa 15-20% der Bevölkerung) ungenügend, gibt die GfB mit Verweis auf Untersuchungen von Prof. Dierck-H. Liebscher, Berlin, zu bedenken. Verstärkt werde die Problematik, wenn „Magnesium-Räuber“ wie Alkohol und Medikamente (z.B. Diuretika, Laxanzien oder Omeprazol) Verluste an dem Mineral fördern.

„Herzrasen, Nervosität, Unruhe, Schlafstörungen und nächtliche Wadenkrämpfe zählen zu den typischen Symptomen eines Magnesium-Mangels“, erläutert Classen. Gleichzeitig werde das Herz anfälliger für stressbedingte Schäden: „In umfangreichen epidemiologischen Studien wurde gezeigt, dass bei erniedrigten Magnesium-Spiegeln das Herz-Kreislauf-Risiko erhöht ist“, sagt Classen. Denn Defizite an dem Mineralstoff führen zu einer Vasokonstriktion und zu einem Blutdruckanstieg, sie können Herzrhythmusstörungen verursachen sowie gefäßschädigende Entzündungen und die Thrombozyten-aggregation begünstigen.

Warum Stresshormone wie Adrenalin in höheren Konzentrationen Magnesium-Verluste in den Körperzellen, wie auch im Herzgewebe verursachen, erklären die Wissenschaftler von der GfB: Ursache sei ein rasanter, exzessiver Verbrauch an Energiespeichersubstanzen (wie ATP), an die Magnesium zu etwa 80% in den Zellen gebunden ist. In Folge der Energieverluste mangelt es letztlich dem Mineralstoff an Bindungsstellen (Liganden), er leckt aus den Zellen heraus, kann nicht wieder aufgenommen werden und geht schließlich über den Urin verloren. „Die therapeutischen Konsequenzen müssen jetzt darauf abzielen, die intrazellulären Bindungsstellen für Magnesium wieder bereitzustellen und so eine Fixierung des Mineralstoffs zu ermöglichen“, heben die Experten hervor. Hierfür eigneten sich organische Magnesiumverbindungen wie das Magnesiumorotat. Denn das Orotat normalisiere als wichtiges Zwischenprodukt im Energiestoffwechsel die intrazellulären ATP-Speicher.

Die Spirale aus Dis-Stress, Angst und Magnesium-Mangel gilt es also zu durchbrechen: „Die Vermeidung größerer Verluste sowie der Ausgleich von Magnesium-Defiziten trägt dazu bei, stressbedingte Beschwerden wie Herzrasen oder Schlaflosigkeit zu lindern, die Stressresistenz zu verbessern und das kardiovaskuläre Risiko zu senken“, fasst die GfB zusammen.

Quelle: www.humannews.de

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