Von: Apotheke Adhoc, Benjamin Rohrer
Island will das wohl strengste Anti-Rauch-Gesetz verabschieden, das die Welt je gesehen hat. Im Rahmen eines „10-Jahres-Aktionsplans“ soll der Zugang zu Tabakprodukten auf Antrag von Parlamentariern aus allen fünf im isländischen Parlament vertretenen Parteien, der schon bald verabschiedet werden soll, schrittweise erschwert werden. „Hauptziel des Aktionsplans ist es, Jugendliche vom Rauchen abzuhalten und die Rekrutierung von neuen Rauchern einzudämmen“, schreiben die Parlamentarier.
Das ultimative Ziel ist es, dass Ärzte „Tabak-Rezepte“ ausstellen: Die Mediziner sollen den Suchtgrad diagnostizieren und nur noch stark abhängigen Menschen Zigaretten verschreiben. Jedoch sollen auch nur in medizinisch begründeten Fällen und für die Rauchentwöhnung die Kosten von der Krankenversicherung getragen werden.
Um auch den letzten Jugendlichen vom Tabak fernzuhalten, sollen die Zigarettenpreise jährlich um 10 Prozent erhöht werden und jegliche Werbung für Tabakprodukte untersagt werden. Unspektakulär soll auch das Design von Zigarettenpackungen ausfallen: „Tabakverpackungen sollen homogen sein und nicht attraktiv in Erscheinung treten, also einfarbig, in braunem Papier mit einem Warnhinweis angeboten werden.“ Und auch die Tabakindustrie könnte schon bald Auswirkungen des neuen Gesetzes zu spüren bekommen. Es müsse geprüft werden, ob man Tabakunternehmen für die durch den Tabakkonsum entstandenen Kosten belangen könnte.
Das Rauchen in öffentlichen Gebäuden, auf Bürgersteigen, in Parks, an Stränden soll untersagt werden. Auch in Autos, in denen Kinder regelmäßig transportiert werden, sollen künftig keine Zigaretten mehr konsumiert werden.