Von: www.ageofstupid.tao.de
Globaler Schulterschluss für den Klimaschutz
In immer tieferen Gewässern suchen Ingenieure nach Erdöl und schwören menschengemachte Umweltkatastrophen wie derzeit im Golf von Mexiko herauf: Immer mehr Risiko für immer mehr Wachstum. Der Film „The Age of Stupid – warum tun wir nichts?“ sucht nach Ursachen für den Größenwahn und nach Erklärungen, weshalb die Menschheit weiterhin arglos Ressourcen vergeudet und an der Abhängigkeit vom Erdöl nichts ändert, obwohl sie es besser wissen müsste.
„The Age of Stupid – warum tun wir nichts?“ hinterfragt den moralischen, psychologischen Nährboden, auf dem heutzutage jeder einzelne Weltenbürger das Klima betreffende Entscheidungen fällt: Der oscar-nominierte Schauspieler Pete Postlethwaite spielt die Hauptrolle. Als alter Mann lebt er ganz allein in der völlig zerstörten Welt des Jahrs 2055 und fragt sich beim Betrachten von Archivmaterial aus dem Jahr 2008: Warum haben wir den Klimawandel nicht aufgehalten, als wir noch die Möglichkeit dazu hatten?
Die Anwohner eines Dorfes im britischen Cornwall befürchten, dass Windräder ihre Landschaft verschandeln könnten. Ein indischer Geschäftsmann gründet in Indien eine Billig-Airline und lässt sich dafür feiern, den verheißungsvollen kapitalistischen Wohlstand in sein Land zu bringen. Ein 82-jähriger Bergführer in Frankreich sieht die Gletscher dahinschmelzen und kämpft gegen Lkw-Transporte durch seine Bergregion, die Milch nach Italien bringen, um sie als Joghurt wieder zurückzuholen. Und ein Ingenieur auf einer Ölplattform im Golf von Mexiko kommt am Ende der Dreharbeiten zum persönlichen Fazit: Wir leben im Zeitalter der Dummen, weil wir so viel falsch machen, obwohl wir es eigentlich besser wissen.
Eine Dummheit mit politischer Brisanz: In Berlin installierte der Joseph Beuys-Schüler Hermann Josef Hack anlässlich der Premiere am 1. Juni ein Miniatur-Klimaflüchtlingslager, um auf die politische Brisanz des Klimawandels hinweisen: Die Internationale Organisation für Migration prognostiziert für das Jahr 2050 ca. 200 Millionen Klimaflüchtlinge. Das britische Parlament hat sich inzwischen geschlossen der aus dem Film hervorgegangenen Bewegung „10:10“ angeschlossen. Außerdem 82.600 Menschen und große Unternehmen wie Sony, die Royal Mail oder die HSBC Bank. Die Forderung hinter „10:10“: Innerhalb von einem Jahr soll der Co2-Ausstoß um zehn Prozent reduziert werden. Der 10. Oktober 2010 könnte dafür den Grundstein legen: Sieben Wochen vor der großen UN-Klimakonferenz in Mexiko, will 10:10 zusammen mit 350.org die deutsche Öffentlichkeit hinter einer kraftvollen Vision einen: Das Volk ist bereit zu einem Klimaumdenken, nun muss die entsprechende Gesetzgebung folgen.
Schon heute sind für den 10. Oktober in 118 teilnehmenden Ländern insgesamt 1065 Aktionen geplant: Gemeinsam wird eine globale „Packen wir’s an - Party“ gefeiert: In Uganda werden tausende Bäume gepflanzt, in Neuseeland ist ein großer Fahrradreparaturtag geplant, um jedes Fahrrad der Stadt wieder straßentauglich zu machen. Bei der letztjährigen Auflage fanden 5200 Demonstrationen in 181 Ländern statt.
Das Besondere an der Produktion des Films ist das innovative Finanzierungsmodell. Die Produktion und der Vertrieb des Films wurde durch das innovative 'crowd-funding' Modell finanziert (private Personen oder Gruppen geben eine Geldeinlage). Der Film kam 2009 ins Kino und war einer der am meisten beachteten Dokumentarfilme dieses Jahres. Der Film-Trailer kann hier angeschaut werden.
Weitere Informationen:
FSK-Freigabe ab 12 Jahren
90 min., Doku-Drama mit Animationsteilen, UK-Premiere 2009
Regisseurin: Franny Armstrong, Produktionsfirmen: Spanner Films & Passion Pictures, Besetzung: Pete Postlethwaite