Im Alltag vieler Familien ist wenig Raum für gemeinsames Essen oder Kochen
Wie die TK-Umfrage zeigt, fehlt in jedem achten Haushalt unter der Woche zum Kochlöffelschwingen meist die Zeit. Sogar jede sechste Familie gab an, sie habe keine Zeit, in Ruhe gemeinsam zu essen, und in mehr als jeder fünften isst jeder nach seinem eigenen Rhythmus, wenn er nach Hause kommt. Dabei ist das gemeinsame Essen enorm wichtig für die Entwicklung des Nachwuchses: „Kinderernährung ist eine Erziehungsaufgabe. Eltern sollten ihren Kindern zeigen, dass gesundes Essen auch etwas mit Genuss zu tun hat und es nicht nur darum geht, satt zu werden“, sagt die TK-Expertin.
Viel zu oft wird das Essen jedoch zur Nebensache - gerade bei Alleinerziehenden. Die Umfrage hat gezeigt, dass mehr als jedes vierte Kind, das nur mit einem Elternteil zusammenlebt, sein Essen oft mit aufs Zimmer nimmt und vier von zehn Alleinerziehenden gerne mit ihrem Sprössling vor dem Fernseher essen. Ein problematischer Trend, wie Nadine Müller findet: „Wenn neben dem Essen der Fernseher läuft, essen Kinder oft unüberlegt und wahllos. So merken sie nicht, dass sie längst satt sind.“ Das stört den natürlichen Sättigungsmechanismus, was über kurz oder lang zu Übergewicht führen kann. Sie rät Eltern zu klaren Spielregeln beim Essen: „Es ist wichtig, den Tag zu strukturieren, feste Essenszeiten einzuführen und sich dafür auch im hektischen Alltag gemeinsam Zeit zu nehmen.“


