Von: foodwatch e.V. Martin Rücker
Offener Brief an Josef Ackermann
Sehr geehrte Frau Schmidt,
die Spekulation mit Agrar-Rohstoffen treibt Nahrungsmittelpreise in die Höhe. Investmentbanken wie die Deutsche Bank und Goldman Sachs sowie die Verwalter von Versicherungen, Pensionsfonds und Stiftungen machen sich dadurch mitschuldig an Hungersnöten in den ärmsten Ländern der Welt. Sie investieren Geld, das Menschen für ihre Altersvorsorge sparen oder für gemeinnützige Zwecke stiften, in Wetten auf die Preise für Mais, Weizen und andere Nahrungsmittel. Zu diesen Ergebnissen kommt der Report "Die Hungermacher", den die Verbraucherorganisation foodwatch heute gemeinsam mit dem Autor Harald Schumann in Berlin vorstellte.
In einem Offenen Brief an Josef Ackermann, als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank Chef einer der größten Investmentbanken der Welt und als Präsident des Weltbankenverbandes IIF zugleich oberster Lobbyist der Finanzwirtschaft, forderte foodwatch:
Unter dem Motto "HÄNDE WEG VOM ACKER, MANN!" startete foodwatch unter www.haende-weg-vom-acker-mann.de zudem eine E-Mail-Aktion an Josef Ackermann, bei der Verbraucher diese Forderungen unterstützen können.
Von der europäischen Politik fordert foodwatch...
"Die Banken kassieren Gebühren und können daher mit ihren hochspekulativen Wetten nur gewinnen, während die Risiken andere tragen - vor allem die Ärmsten der Armen, die mit diesen Finanzprodukten überhaupt nichts zu tun haben, aber ihr Essen nicht mehr bezahlen können. Josef Ackermann trägt als oberster Bankenlobbyist und Deutsche-Bank-Chef auch eine persönliche Verantwortung dafür, dass Menschen Hunger leiden", erklärte foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode. "Die unverantwortliche Zockerei im globalen Rohstoff-Kasino muss durch klare Spielregeln eingedämmt werden. Doch anstatt wirksam zu regulieren, gibt die Politik den Tanzbären der Banken. Auch Verbraucherministerin Ilse Aigner hat ihre Forderung nach Maßnahmen gegen Nahrungsmittelspekulationen immer weiter abgeschwächt. Offenbar hat ihr die Agrarlobby eingeflüstert, dass steigende Preise doch eigentlich ganz prima sind."
Für die Arbeit an dem Report konnte foodwatch den Wirtschaftsjournalisten und Buchautor Harald Schumann gewinnen, der sich sechs Monate lang von seiner Redakteursstelle beim Tagesspiegel freistellen ließ.
Link:
E-Mail-Aktion "HÄNDE WEG VOM ACKER, MANN!": http://www.haende-weg-vom-acker-mann.de