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Artikel
04. April 2011
Ölziehen
Rubrik: Artikel

Von: Alfred Goldbacher

Eine Entgiftungstherapie für allerlei Krankheiten?

Quelle: Alfred Goldbacher

Drei grundlegende Beeinflussungen und Wirkungen entscheiden über die Entwicklung unserer Gesundheit: was in unseren Körper und Geist hineingelangt, wie wir damit umgehen und was wir aus uns wieder entfernen. Letzteres spielt eine immer größere Rolle. Wir nehmen heute sehr viele belastende Stoffe aus unserer Nahrung, der Luft, der Kleidung, aus Kosmetika und der Umwelt allgemein auf, die der Körper so schnell wie möglich wieder loswerden möchte. Unsere Ausscheidungsorgane laufen deshalb auf Hochtouren und kommen oft trotzdem mit dem Entsorgen des krankmachenden Mülls nicht mehr nach. Wir sollten also alle Möglichkeiten nutzen, mit denen wir unseren Körper bei seinen Bemühungen unterstützen können.

In diesem Zusammenhang kann eine sehr alte und wirkungsvolle Säuberungstechnik gute Dienste leisten. Man kennt ähnliche Ansätze im indischen Ayurveda ebenso wie in alten marokkanischen und russischen Naturheilsystemen. Es geht um das so genannte Ölziehen, bei dem Öl in der Mundhöhle auf eine bestimmte Art und Weise hin und her bewegt wird.

Die Technik haben verschiedene Forscher, u. a. ein häufig zitierter Dr. med. Fedor Karach, in den vergangenen Jahrzehnten ausführlich untersucht. Aber auch dieser hat in seinen Vorträgen stets darauf hingewiesen, dass seine Erkenntnisse von Schamanen stammen, die ihr Wissen über Generationen hinweg weitergegeben haben. Es handelt sich hier also um Erfahrungsmedizin.

Anwendung und Durchführung

  • Kalt gepresstes Speiseöl, so viel, wie auf einen Suppenlöffel passt, mindestens jedoch ein Kaffeelöffel voll, wird in die Mundhöhle eingeführt.
  • Das Öl wird dann während 15 bis 20 Minuten bei geschlossenen Lippen durch den Mund gezogen, durch die Zahnzwischenräume gesaugt; die ganze Mundhöhle wird auf diese Weise gründlich durchgespült.
  • Das Öl darf auf keinen Fall heruntergeschluckt werden.
  • Das Öl ist zuerst dickflüssig, dann aber wird es dünnflüssig.
  • Wenn es ausgespuckt wird, sollte es weißlich wie Milch sein. Ist die Flüssigkeit gelb, so ist das ein Zeichen dafür, dass die Therapie von zu kurzer Dauer war.
  • Nach dem Ausspucken sollten die ganze Mundhöhle mehrere Male mit Wasser gespült und die Zähne mit der Zahnbürste gereinigt werden.
  • Die ausgespuckte Flüssigkeit enthält eine große Menge an Bakterien und Krankheitserregern, sodass anschließend auch das Waschbecken gründlich gereinigt werden sollte.
  • Den ganzen Vorgang sollte man mindestens einmal am Tag, wenn möglich auch zwei- oder dreimal am Tag über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen regelmäßig wiederholen, um einen echten Heileffekt erzielen zu können!
  • Wichtig ist dabei jeweils, dass dieses Procedere grundsätzlich vor den Mahlzeiten erfolgen sollte, um vor allem morgens die während der Nacht angesammelten Bakterien im Mundraum wirksam reduzieren zu können.

Heilsame Auswirkung

Der bereits zitierte Dr. med. Fedor Karach soll der Ölzieh-Kur nachgesagt haben, dass sie nicht nur entgiftende Effekte im Rachenraum erziele, sondern auch bei einer Reihe von Krankheiten Linderung herbeiführen könne; u. a. bei:

  • Arthrose und Arthritis,
  • Herzkrankheiten, Lungenkrankheiten, Lebererkrankungen, Nierenkrankheiten und Blasenbeschwerden,
  • Darmerkrankungen,
  • Hautproblemen wie Schuppenflechte und Akne,
  • Beschwerden im Kopfbereich wie Erkältungen mit Schnupfen, Husten oder Mandelentzündungen, Migräne, Zahnschmerzen und Parodontose, Augenleiden und Ohrenschmerzen,
  • Schleimhautproblemen (auch des Darms),
  • Überreizung, Schlaflosigkeit, Depressionen und Chronischem Müdigkeitssyndrom,
  • prämenstruellem Syndrom und Menopause-Beschwerden.

Erklärungen für die Wirkmechanismen
Für die Wirkweise der Ölzieh-Kur gibt es unterschiedliche Theorien, die allerdings nicht durch Doppelblindstudien oder andere Beweisverfahren belegt werden: Ein Erklärungsmodell besagt, dass das Schwenken des Öls im Mund einen Reiz auf die Mundschleimhaut ausübt und diese so zur Absonderung von Giftstoffen oder krankheitserregenden Mikroorganismen anregt. Weil das Öl während des Schlürfens emulgiert, könnte das bedeuten, dass durch die Ölzieh-Kur sowohl fettlösliche als auch wasserlösliche Giftstoffe ausgeschieden werden.

Es ist kein Zufall, dass der Waldeyer Rachenring sehr viel lymphatisches Lymphgewebe enthält und gerade dieser Bereich beim Ölziehen massiv aktiviert sowie auch beim Entgiften unterstützt wird. Zwangsläufig kann davon ausgehen, dass alle Infektionsprozesse, die über den Hals-Rachen-Raum in den Körper eindringen wollen, durch das Ölziehen und die auf diese Weise aktivierten Entgiftungsprozesse abgeschwächt oder gänzlich unterbunden werden.

Welche Öle sind für die Kur geeignet?

Grundsätzlich eignen sich all jene Öle, die jeder von uns auch für die Zubereitung von Salaten verwendet. Allerdings sollte man doch einige Qualitätsforderungen an das in Frage kommende Speiseöl stellen:

  • Es sollte kaltgepresst sein, und die für das Öl verwendeten Samen sollten aus ökologischem Anbau stammen.
  • Das Öl sollte in kleineren Mengen bis max. 0,5 l gekauft werden, da es nach dem Öffnen des Verschlusses schnell altert, und es sollte grundsätzlich in dunklen Gläsern aufbewahrt werden.
  • In Frage kommen vor allem Sonnenblumen-, Sesam-, Schwarzkümmel- und natürlich Olivenöl.
  • Ebenso geeignet sind Kernöle, beispielsweise jene von Traubenkernen, schwarzen Johannisbeeren und vom Sanddorn.

Machen Sie das Ölziehen zu einem Ritual!

Alfred Goldbacher
führt zusammen mit seiner Frau Vera Andriot eine Heilpraktiker-Gemeinschaft für Naturheilkunde in Erding (Obb.). Schwerpunkt-Therapien sind die Craniosakrale Osteopathie, manuelle Therapien wie Schröpfen und Akupressur sowie biologisch-medizinische Kinesiologie und Pflanzenheilkunde.

Kontakt:
alfred.goldbacher(at)kabelmail.de

Literatur:
Wolfram, Katharina: Die Ölzieh-Kur. Schirner Taschenbuch
Harmisch, Günter: Die Ölzieh-Therapie. Turm Verlag, Bietigheim 1999
Messing, Norbert: Gesund + fit durch Ölsaugen – Alles über die Entgiftungskur mit Sonnenblumenöl. Bio-Ritter Verlag, Tutzing 2007
Messing, Norbert: Heilen mit Sonnenblumenöl – 10 Jahre Ölziehkur, Zwischenbilanz einer sensationellen Erfolgsgeschichte. In: Natur und Heilen. Heft 11/2001, S. 12 - 21
Waniorek, Linda; Augustin, Matthias: Natürlich gesund mit der Ölziehkur – Sanft entschlacken bei vielen Beschwerden. Midena Verlag 1999
Hammelmann, Iris: Natürlich entgiften mit der Öl-Zieh-Kur. Falken-Verlag 1998

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