Erfolgreiche Kongresstage in Frankfurt am Main-Höchst
Der erste internationale Kongress in Frankfurt-Höchst wartete mit fundierten Expertenvorträgen, engagierten Ausstellern, einer Diskussionsrunde und mehr als acht Workshops zur konkreten Weiterbildung auf. Vom 28. bis 30. Oktober 2011 wurden aktuelle Informationen vemittelt, fundierte Wissensvermehrung und ein intensiver Austausch möglich. Mehr als 120 Besucher aus verschiedenen Ländern wie Japan und der Mongolei, wurden an jedem der drei Kongresstage gezählt.
Ärzte, Heilpraktiker und Shiatsupraktiker waren begeistert, denn jeder konnte für sich aus dem riesigen Angebot schöpfen und sein Rüstzeug für den Alltag ergänzen. Nicht zuletzt die honorigen Gäste aus Japan gaben dem Kongress das Fundament, auf dem eine Aufnahme und Weiterentwicklung der traditionellen japanischen Medizin im deutschsprachigen Raum möglich wird.
Thematische Schwerpunkte waren:
Akupunktur, Shōnishin (Kinderakupunktur) und Shiatsu. Dabei wurden die Methoden und ihre theoretischen Grundlagen nicht nur vorgestellt, sondern auch praktisch vermittelt.
Herrn Prof. Dr. Shūichi Katai von der Tsukuba University of Technology, Präsident der Japanese Traditional Acupuncture und Moxibustion Society, gab einen geschichtlichen Überblick über die Entwicklung der Akupunktur, über die aktuelle Situation in Japan, über die Ausbildung, die Leistungen der Krankenversicherungen und die Entwicklung des Handwerkszeugs und dessen Einfluss auf die Ausbildung spezifischer Techniken. Ganz praktisch führte er in das Thema Palpation ein.
Prof. Dr. Hitoshi Yamashita von der Morinomiya University of Medical Sciences in Osaka, Vorstand der Japan Society of Acupuncture and Moxibustion, präsentierte aktuelle Fakten zur japanischen Akupunktur: dabei sprach er ganz unterschiedliche Aspekte an, u.a. die Probleme von Doppel-Blind-Studien in der Akupunktur, ebenwirkungen und die Diskussion über die Tiefe der Nadelung.
An diese Informationsfülle schloss sich direkt die Praxis an: Prof. Katai und Prof. Yamashita zeigten, wie sie praktisch arbeiten. In einem anderen Seminar stellt der japanische Akupunkturmeister Koji Nagano die in seiner Familie entwickelte eigene Behandlungsform aus einer Kombination von traditionellen japanischen Methoden und westlicher Medizin vor, die unter dem Namen „Nagano-Style“ bekannt geworden ist.
Shōnishin (Kinderakupunktur) wurde vorgestellt von Kōjirō Megumi, dem Präsidenten der Japanischen Gesellschaft für Kinderakupunktur, Nihon Shōni Hari Gakkai, Vorstand am Hyogo College of Oriental Medicine aus Kobe. Seinen Vortrag und die praktische Einführung ergänzte Thomas Wernicke mit den neuesten Erkenntnissen aus seiner Studie bei segmentalen Dysfunktionen im Bereich der Kopfgelenke asymmetrischer Babys.
Im Bereich der manuellen Methoden, besonders beim Shiatsu, zeigte sich, dass in Japan und Deutschland sehr unterschiedliche Voraussetzungen existieren, um traditionelle japanische Methoden als Beruf auszuüben. Typisch japanisches Kansai-Shiatsu, eine Tradition, die Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts entstanden ist, zeigte Kōji Obama, Fachabteilungsleiter und Dozent an der gleichen Schule. Eine weitere manuelle Methode, Sōtai, vermittelte Dr. Y. Kobayashi in einem Praxisseminar mit enormen Zuspruch.
Das Programm wurde abgerundet durch die Vorträge von Prof. Dr. Hartmut Schröder und Prof. emerit. Dr. Wolfgang Michel, die die Möglichkeiten und Grenzen eines transkulturellen Transfers bei der Begegnung von Heilkulturen aufzeigten, die von einer Fülle an Faktoren abhängig sind, besonders seit traditionelle Medizinrichtungen als besondere Größe der Gesundheitswirtschaft von Unternehmen, Berufsverbänden und anderen erkannt worden sind.
Der Internationale Kongress für traditionelle japanische Medizin ist wegweisend, was die Auseinandersetzung mit traditioneller japanischer Medizin und die weitere Zusammenarbeit japanischer Dozenten und ihrer Verbände mit ihren deutschen Kollegen betrifft: so wurden neue Kontakte geknüpft, bestehende vertieft und weitere gemeinsame Projekte angedacht. Ein schöner Erfolg!