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Jubiläums-Editorial

Liebe CO'MED-Leserinnen und -Leser ...

im Mittelpunkt dieser Ausgabe – darauf weist schon die Titelgestaltung hin – steht das 15-jährige Bestehen des CO'MED-Verlages. 15 Jahre, in denen sich unsere redaktionelle Leitlinie „Medizin und Bewusstsein“ zu bewähren hatte. 15 Jahre in denen aus kleinen Anfängen heute ein mittelständisches Verlagsunternehmen geworden ist. 15 Jahre, in denen aus einem Baby ein Heranwachsender wurde. Das wirft die Frage auf, wie die weitere Entwicklung verlaufen wird, wann CO'MED über die Adoleszenz zum Erwachsenenalter gelangen wird – oder, wenn wir einmal Frühreife unterstellen, an welchem Punkt des Lebenszyklus der Verlag heute steht.

Hat er (noch) die Jugendlichkeit, immer wieder Neues zu wagen, rebellisch gegen Etabliertes zu opponieren oder zählt er schon zum Establishment, und ist im Begriff, Besitzstände wahren zu wollen. Das bedeutete, dass CO'MED bereits jenseits der Lebensmitte angekommen wäre.

Dass letzteres hoffentlich noch lange nicht eintritt, dafür sorgen viele jüngere Menschen, allen voran meine Tochter Ann-Kristin, die mit frischen, innovativen Ideen immer stärker das Gesicht unseres Fachmagazins prägen. Ein schöner Nebeneffekt ist dabei, dass auch ich inspiriert und in die Lage versetzt werde, den Wandel in der Zeit, der sich in der Generation nach mir vollzogen hat, miterleben und nachvollziehen zu können; selbst wenn ich manches nicht mehr nachempfinden kann.

Umgekehrt sind meine Erfahrung und mein Rat ebenso gefragt. Dieses Miteinander auf der Grundlage der Akzeptanz und des gegenseitigen Respekts hat einen großen, wenn nicht sogar den entscheidenden Anteil am Geist und am Selbstverständnis von CO'MED.

Dieser Geist ist es, der offenbar bei vielen, die sich dem Verlag verbunden fühlen, das Bild von CO'MED prägt.

Es war eine Überraschung, die meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, insbesondere meine Redaktionsleiterin Frau Nadja Schmidt, mir bereiteten, indem sie viele Wegbegleiter über die letzten 15 Jahre darum gebeten haben, ihre Einstellung dem CO'MED Verlag gegenüber in Form eines kurzen Gratulationsschreiben zum Ausdruck zu bringen.

Was ich hier zu lesen bekommen habe, möchte ich Ihnen, liebe Leserinnen, liebe Leser, nicht vorenthalten. (Sie finden die Seiten der Sammlung der Statements eingestreut über diese Ausgabe verteilt.)

Zum einen bestätigt der Inhalt der Beiträge das zuvor Gesagte, zum anderen, was die Einschätzung meiner Person betrifft, war ich teils schon fast gerührt, teils irritiert.

Gerührt, weil es mir deutlich machte, welch hohe Wertschätzung ich genieße und wie viel menschliche Nähe zu so vielen besteht.

Für das alleine, für diese Beziehungsebenen, die über die Jahre entstanden sind und sich verfestigt haben, hat sich des Engagement für CO'MED in den vergangenen 15 Jahren schon gelohnt. Denn das, was über den Tag hinaus bleibt und die Zeit überdauert, sind die Beziehungen, die einem im Leben geschenkt werden. In dieser Hinsicht bin ich reich geworden – und dafür bin ich allen, die mich begleiten und so positiv unterstützen, von Herzen dankbar.

Irritiert bin ich deshalb, weil das Bild, das ich offenkundig nach außen vermittle, nicht immer meiner inneren Realität entspricht.

Das Bild vom Fels in der Brandung, vom unerschütterlichen Optimisten, vom allzeit positiv Motivierenden, das hier von mir gezeichnet wird, muss noch um die dunkleren Farben meiner Zweifel, meiner Ängste und meiner Unzulänglichkeiten ergänzt werden.

Grund und Anlässe für Ängste und Zweifel und Hinweise auf eigene Unzulänglichkeiten gab es genügend. Letzteres ist meinem oftmals – wie man mir sagt – zu hohen Anspruch an mich selbst geschuldet. Dass diese dunkleren Farben im Gesamtbild weniger zur Geltung kamen, lag und liegt wohl daran, dass ich quasi einem inneren Ruf zu folgen hatte oder wenn man so will, vom Schicksal zu dieser Aufgabe bestimmt war. Von daher fühlte ich mich oft genug mehr als Werkzeug denn als Macher, einer wie auch immer gearteten Führung vertrauend.

Ich habe es immer als meine Bestimmung empfunden, einen Rahmen zu schaffen, der eine Begrenzung an den Rändern darstellt. Das eigentliche Bild sollte und soll von denen geschaffen werden, die als Autoren, Inserenten und Abonnenten aktiv an CO'MED mitwirken. Sie sind das Fundament auf dem sich CO'MED gründet.

Hat sich in den vergangenen 15 Jahren schon eine teils starke Veränderung in der Verlagslandschaft gezeigt, so wird sich in den kommenden 15 Jahren dieser Wandel noch schneller und noch nachhaltiger vollziehen. Hier bleibe ich der unerschütterliche Optimist, dass wir diesen Wandel mitgestalten und gestärkt aus ihm hervorgehen werden. Diese Zuversicht gründet sich auf die Qualität meines Mitarbeiterstabes und auch und vor allem darauf, dass in der Führung des Unternehmens die nächste Generation in Person meiner Tochter den Staffelstab übernehmen wird.

In diesem Sinn möchte ich allen, die sich dem CO'MED Verlag, seiner Idee, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und seiner Führung verbunden fühlten und fühlen, herzlich danken. Ich freue mich auf all das, was wir miteinander zukünftig im CO'MED-Rahmen gestalten werden.
Herzlichst
Ihr
Manfred Maiworm